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Wie man eine Calathea erfolgreich vermehrt
Calathea vermehren geht nur durch Wurzelteilung – hier erfährst du Schritt für Schritt, wie es klappt, welche Fehler du vermeiden solltest und was verschiedene Sorten brauchen.
Eine Calathea zu vermehren klingt einfacher, als es oft ist — denn diese zickige Schönheit unter den Zimmerpflanzen lässt sich nicht einfach mit einem Blattsteckling in ein Glas Wasser stecken und vergessen. Wer eine Calathea erfolgreich vermehren möchte, kommt an einer einzigen Methode nicht vorbei: der Wurzelteilung. Ich zeige dir Schritt für Schritt, wie das gelingt, welche Fehler die meisten Anfänger machen, und was die einzelnen Sorten — von der Medallion bis zur White Fusion — dabei besonders brauchen.
Calathea vermehren: Warum Teilung der einzige verlässliche Weg ist
Wer nach „how to propagate calathea" sucht, findet im Netz viele widersprüchliche Ratschläge — Blattstecklinge, Triebstecklinge, Wasservermehrung. Die ehrliche Antwort lautet: Fast nichts davon funktioniert bei Calatheen zuverlässig.
Der Grund liegt in der Pflanzenanatomie. Calatheen bilden keine Adventivwurzeln aus Blattstengeln — das biologische Werkzeug, das zum Beispiel bei Pothos oder Tradescantia eine Vermehrung durch Stecklinge so einfach macht, fehlt hier schlicht. Ein einzelnes Calathea-Blatt, selbst mit einem langen Stiel, wird im Wasser welken, ohne jemals eine Wurzel zu entwickeln.
Die einzige Methode, die funktioniert, ist die Rhizomteilung: Die Mutterpflanze wird aus dem Topf genommen, und einzelne Triebe mit eigenen Wurzeln werden vorsichtig abgetrennt. Jede Teilpflanze bringt ihre eigene Versorgung von Anfang an mit — und das ist der entscheidende Unterschied zu einer Steckling-Strategie.
Für die Teilung spricht noch ein weiterer Vorteil: Die Tochterpflanze ist genetisch identisch mit der Mutterpflanze und zeigt das gleiche Blattmuster, die gleiche Farbe, dasselbe Wuchsverhalten — ohne die genetische Lotterie einer Aussaat.
Schritt für Schritt: Eine Calathea durch Wurzelteilung vermehren
Der beste Zeitpunkt für die Teilung ist das Frühjahr, wenn die Pflanze in ihre aktive Wachstumsphase startet — idealer Weise zwischen März und Mai. Im Herbst und Winter ist der Stress für die Teilpflanzen deutlich höher, da sie weniger Energie haben, um neue Wurzeln zu bilden.
Was du vorbereitest
- Frisches, gut durchlässiges Substrat (Calathea-Erde oder eine Mischung aus Universalerde, Perlite und etwas Kokoserde im Verhältnis 3:2:1)
- Scharfes, sauberes Messer oder eine sterile Schere
- Zwei bis drei neue Töpfe mit Drainage-Loch, Durchmesser 10–14 cm
- Handschuhe (der Milchsaft mancher Sorten kann die Haut reizen)
- Lauwarmes, kalkfreies Wasser — am besten gesammeltes Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser
Die Teilung im Detail
- Pflanze gründlich wässern, einen Tag bevor du sie teilst. Gut durchfeuchtete Wurzeln sind flexibler und brechen nicht so leicht.
- Topf vorsichtig auf die Seite legen und die Pflanze herausnehmen. Nie am Stiel ziehen — lieber den Topf leicht drücken oder klopfen.
- Wurzelballen freilegen. Mit den Fingern oder einem Holzstäbchen die Erde lockern, bis du die einzelnen Rhizome (die verdickten Horizontal-Wurzeln) gut erkennst. Du wirst sehen, dass die Pflanze natürliche Trennstellen hat — Gruppen aus je 2–4 Trieben, die am selben Rhizom sitzen.
- Teilen. Lass die Hände arbeiten, wo die Natur es vorgesehen hat. Oft lassen sich Teilpflanzen mit leichtem Zug und Drehen trennen, ohne das Messer zu benutzen. Nur bei sehr verwobenen Wurzeln nimmst du das Messer — dann sauber und zügig schneiden, nicht sägen. Der Schnitt sollte glatt sein.
- Schnittstellen trocknen lassen. 15–20 Minuten an der Luft ruhen lassen, damit die frischen Wunden leicht abtrocknen und das Infektionsrisiko sinkt.
- Einpflanzen. Jede Teilpflanze bekommt ihren eigenen Topf, die Wurzeln werden locker ausgebreitet und mit frischem Substrat umgeben. Nicht zu tief pflanzen — der Übergang vom Stiel zur Wurzel sollte knapp unter der Erdoberfläche liegen.
- Angießen. Erst nach dem Einpflanzen mäßig gießen, damit das Substrat sich um die Wurzeln legt. Kein Staunässe-Risiko — Calatheen reagieren auf nasse Füße empfindlich, und frisch geteilte Pflanzen sind noch anfälliger. Lies dazu auch, wie man Staunässe und Wurzelfäule vermeidet.
Besonderheiten bei Medallion und Ornata
Grundsätzlich gilt die Teilungs-Methode für alle Calathea-Sorten — aber manche Sorten verzeihen Fehler weniger als andere.
Calathea Medallion (Calathea roseopicta)
Die Calathea Medallion gehört zu den beliebtesten Sorten überhaupt, und das aus gutem Grund: Ihre runden, dunkelgrünen Blätter mit dem weinroten Unterblatt und dem silbrig-grünen Zentrum sind schlicht atemberaubend. Bei der Teilung reagiert sie empfindlich auf Kälte — die Teilpflanzen sollten anschließend an einem warmen Standort (mindestens 18 °C) stehen, nie in Zugluft.
Ein Fehler, den ich selbst einmal gemacht habe: die Teilpflanze direkt nach der Teilung in einen zu großen Topf gesetzt. Viel Substrat um wenige Wurzeln bedeutet, dass die Erde zu lange feucht bleibt und Wurzelfäule droht. Besser: Ein enger Topf, der nur wenig größer als der Wurzelballen ist.
Calathea Ornata
Die Ornata mit ihren pinken Nadelstreifen ist etwas robuster als die Medallion, hat aber einen eigenen Anspruch: Sie reagiert stark auf Luftfeuchtigkeits-Schwankungen nach der Teilung. Ich empfehle, die frisch geteilte Ornata für 2–3 Wochen unter eine transparente Tüte oder eine abgeschnittene PET-Flasche zu stellen — eine selbst gebastelte Mini-Klimakabine. So bleibt die Luftfeuchtigkeit konstant hoch (idealerweise 60–70 %), die Blätter transpirieren weniger, und die neue Pflanze kann ihre Energie in Wurzelbildung stecken.
Die gleiche Mini-Klimakammer eignet sich übrigens auch für frisch geteilte Calathea roseopicta — also immer dann, wenn du das Gefühl hast, dass die Blätter nach der Teilung zu schnell welken.
Besonderheiten weiterer Sorten: Von Zebrina bis White Fusion
Calathea zebrina, makoyana und warscewiczii teilen alle denselben Ausgangspunkt: Sie bilden unterirdische Rhizome und sind ausschließlich durch Teilung zu vermehren. Dennoch gibt es Nuancen.
Calathea Zebrina
Die Zebrina hat größere Blätter und bildet robustere Rhizome als viele ihrer Verwandten. Das macht die Teilung mechanisch einfacher — die Gruppen lassen sich oft mit den Händen gut voneinander trennen. Gleichzeitig braucht die Zebrina nach der Teilung eine hohe Luftfeuchtigkeit: unter 50 % fangen die charakteristischen Samtblätter schnell an, an den Rändern zu bräunen.
Calathea Makoyana (Pfauenpflanze)
Die Makoyana ist mit ihrem filigran gemusterten Blatt eine der hübschesten Sorten — und zugleich eine der sensibelsten. Sie reagiert stark auf Wurzelverletzungen. Plane hier mehr Sorgfalt ein als bei robusten Sorten: Wurzeln lieber auseinanderfriemeln statt schneiden, wenn es irgendwie möglich ist. Nach der Teilung braucht die Makoyana zwei bis vier Wochen, bis sie wieder Haltung annimmt.
Calathea White Fusion
Die White Fusion ist für Fortgeschrittene — sowohl in der Pflege als auch bei der Vermehrung. Sie wächst langsamer als andere Sorten und bildet kleinere Rhizomgruppen. Wer die White Fusion teilt, sollte mindestens drei Triebe pro Teilpflanze einplanen; mit nur einem oder zwei Trieben schlägt sie sich oft monatelang, ohne wirklich anzuwachsen. Außerdem braucht sie nach der Teilung sehr stabiles Licht — keine direkte Sonne, aber helles indirektes Licht, damit die weißen Blattbereiche ihre Farbe behalten.
Calathea Warscewiczii
Diese Sorte, botanisch korrekt inzwischen als Goeppertia warscewiczii geführt, ist besonders bei der Luftfeuchtigkeit anspruchsvoll. Nach der Teilung sollte sie die ersten Wochen in einem geschlossenen Terrarium oder zumindest unter einer Haube stehen — 70–80 % Luftfeuchtigkeit sind hier keine Übertreibung, sondern Grundvoraussetzung dafür, dass die neue Pflanze überlebt.
Nach der Teilung: Pflege der neuen Calathea-Ableger
Die ersten vier bis acht Wochen nach der Teilung sind die kritischste Phase. Die Pflanze hat durch die Teilung Stress erfahren und investiert ihre Energie zunächst in die Wurzelregeneration — nicht in neues Blattwachstum. Das sieht erstmal unspektakulär aus, ist aber ein gutes Zeichen.
Zeitrahmen bis zur sichtbaren Eingewöhnung: 4–8 Wochen Luftfeuchtigkeit empfohlen: 60–70 % Temperatur während Eingewöhnung: mindestens 18 °C, ideal 20–22 °C Erste Düngung: frühestens 6–8 Wochen nach der Teilung
Gießen in der Eingewöhnungsphase: Weniger ist mehr. Das Substrat sollte leicht feucht sein, nicht nass. Ich teste das mit dem Finger: Die oberen zwei Zentimeter Erde dürfen angetrocknet sein, bevor ich wieder gieße. Wie man das Gießintervall bei Calatheen richtig kalibriert, habe ich in meinem Artikel über das Calathea richtig gießen ausführlich beschrieben.
Licht: Hell, aber kein direktes Sonnenlicht. Eine Calathea nach der Teilung in direkte Sonne zu stellen ist ein Fehler, der sich sofort in verbrannten oder eingerollten Blättern zeigt. Ost- oder Westfenster sind ideal, Nordfenster funktionieren auch — Südfenster nur mit einem leichten Vorhang.
Dünger: In den ersten sechs bis acht Wochen keinen Dünger geben. Das frische Substrat enthält genug Nährstoffe, und junge Wurzeln sind empfindlich gegenüber Düngesalzen.
Kontrolle: Nach vier Wochen kannst du vorsichtig am Stiel ziehen — wenn Widerstand zu spüren ist, haben sich neue Wurzeln gebildet. Das ist der Moment, ab dem die Pflanze anfängt, sich zu stabilisieren.
Eine frisch geteilte Calathea, die drei Wochen lang keine neuen Blätter zeigt, ist nicht tot — sie baut gerade ihr Fundament.
Häufige Fragen (FAQ)
Häufige Fragen
- Kann man eine Calathea aus einem einzelnen Blatt vermehren?
- Nein. Calatheen bilden aus Blattstielen keine Adventivwurzeln — ein einzelnes Blatt, selbst mit langem Stiel ins Wasser gestellt, wird welken, ohne jemals Wurzeln zu entwickeln. Die einzige funktionierende Methode ist die Wurzelteilung.
- Wie lange dauert es, bis sich eine Calathea-Teilpflanze eingewöhnt hat?
- In der Regel vier bis acht Wochen. In dieser Zeit investiert die Pflanze ihre Energie in die Wurzelregeneration, nicht in neues Blattwachstum. Erst danach zeigen sich typischerweise neue Blätter als Zeichen, dass die Eingewöhnung abgeschlossen ist.
- Kann man eine Calathea im Wasser vermehren?
- Nicht durch Stecklinge — Calatheen bilden aus Trieben oder Blättern keine Wurzeln im Wasser. Was theoretisch möglich ist: Rhizomteile mit bereits vorhandenen Wurzeln kurzfristig in Wasser zu halten, bis man sie einpflanzt. Das ist aber keine Vermehrungsmethode, sondern nur eine Übergangslösung.
- Wann ist die beste Zeit, eine Calathea zu vermehren?
- Das Frühjahr, also März bis Mai, ist ideal. Die Pflanze startet in ihre aktive Wachstumsphase und hat genug Energie, um nach der Teilung schnell neue Wurzeln zu bilden. Im Herbst und Winter ist der Stress für die Teilpflanzen deutlich höher.
- Warum hängen die Blätter meiner frisch geteilten Calathea so stark herunter?
- Das ist eine ganz normale Stressreaktion auf die Wurzelunterbrechung. Die Pflanze kann kurzfristig weniger Wasser aufnehmen als sie über die Blätter verdunstet. Stell sie an einen hellen, warmen Ort ohne direkte Sonne, erhöhe die Luftfeuchtigkeit und warte ab — nach ein bis zwei Wochen sollte sie sich erholen. Wenn das Hängen nach drei Wochen noch anhält, überprüfe, ob Staunässe im Topf entstanden ist.